Johannes H.E. Koch

Johannes H. E. Koch wurde 1918 in Groß-Börnecke (Sachsen-Anhalt) geboren. Aufgewachsen in Leipzig, wurde er Mitglied des Thomanerchors und studierte bis zum Kriegsausbruch am Kirchenmusikalischen Institut der Hochschule. Seine Lehrer waren Karl Straube, Karl Hoyer, sein Vater Hermann Ernst Koch sowie Johann Nepomuk David. Nach Rückkehr aus Kriegsdienst und Gefangenschaft setzte er sein Studium an der Hochschule für Musik in Detmold bei Kurt Thomas und Günter Bialas fort. Als Mitarbeiter von Prof. Dr. Wilhelm Ehmann wirkte er ab 1948 beim Aufbau der Westfälischen Landeskirchenmusikschule Herford mit und war dort bis 1988 als Lehrer für Tonsatz und Komposition tätig. 1956 zum Kirchenmusikdirektor ernannt, stand er außerdem 25 Jahre lang als Kantor und Bläserchorleiter am St. Marien Stift Berg, Herford, in der praktischen Gemeindearbeit. Seine Kompositionen umfassen Solo-, Chor-, Bläser- und sonstige Instrumentalmusik und wurden in zahlreichen Verlagen veröffentlicht. Neben kleineren Werken, die auf gottesdienstliche Praxis zielen, entstanden auch Großformen wie die Oratorien "Die Bergrede", "Komm Geist der Hoffnung, der Liebe und des Friedens" und "Daniel", die "Passion nach Johannes", der Orgelzyklus "Evocation Catalane" oder die "Sinfonischen Episoden" für großes Orchester.
Kochs Kompositionen sind immer streng kontrapunktisch, sauber, eher sachlich herb als gefühlvoll seicht, seine Klänge nicht einschmeichelnd, eher spröde, thematisch pointiert, echt und ehrlich, mit klaren Linien und genauen Vorstellungen zu Artikulation und Dynamik, festlich volltönend, klangvoll, rhythmisch prägnant. Die Stücke sind nicht immer leicht, seine Klangwelt für Laienmusiker oft schwer zugänglich.
Der manchmal kantige und bis heute vitale und fantasievolle Koch pflegt seit seiner Jugend ein seltenes Hobby: in einem Gewächshaus an der Händelstraße in Herford züchtet er Kakteen. Dabei fasziniert ihn bis heute die Vielfalt der Arten und gleichzeitig die Langsamkeit des Wachsens, Gedeihens und Blühens.

 

Texte zur Markus-Passion

Text der Markus-Passion

"Das ist wahr"

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